Bad Nauheim, 20. Februar 2010 – Patienten mit einem primären Immundefekt werden leider häufig nicht oder erst mit einer Verzögerung von mehreren Jahren diagnostiziert. Einige dieser Immundefekte verlaufen schon im Säuglingsalter ohne Therapie tödlich, bei anderen leiden die Patienten unter einer Vielzahl von Infektionen, verschiedensten weiteren Symptomen und Erkrankungen, mit teils erheblicher Einschränkung für das tägliche Leben. Es gibt sehr viele verschiedene solcher angeborener Immundefekte, deren Ursache ein genetischer Defekt ist.
FIND-ID, das Kompetenznetzwerk für angeborene Immundefekte, veranstaltete am 20. Februar 2010 in Bad Nauheim in Zusammenarbeit mit der Landesärztekammer Hessen die erste Ärztefortbildung zum Thema „Primäre Immundefekte bei Kindern und Erwachsenen- vom Verdacht über die Diagnose bis zur Therapie". Ärzte aus ganz Deutschland referierten zum Thema, um Kollegen aus den verschiedensten Fachrichtungen zu informieren.
Prof. Dr. med. Volker Wahn, Klinik für Pädiatrie, Pneumologie und Immunologie der Charité in Berlin, zeigte in beeindruckenden Bildern mögliche erste Anzeichen und typische Begleitsymptome für bestimmte Immundefekte. Referent Prof. Dr. med. Niehues, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Helios-Klinikum Krefeld, betonte die Wichtigkeit des frühzeitigen Erkennens der Krankheit, da dies die Voraussetzung einer adäquaten Therapie der Betroffenen darstellt.
Die Diagnose und Therapie bei angeborenen Immundefekten steht ebenso im Mittelpunkt des Schwerpunktzentrums für angeborene Immundefekte am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt. Dr. Dr. med. Richard Linde, Zentrum für Kinder und Jugendmedizin, erklärte, welche Warnhinweise einen primären Immundefekt vermuten lassen und welche Blutuntersuchungen die Diagnose eines angeborenen Immundefektes erhärten können. Häufig wird das Krankheitsbild allerdings erst im Erwachsenenalter diagnostiziert. Priv. Doz. Dr. med. Matthias Wahle vom Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt gab einen umfassenden Überblick über die Diagnostik und Therapiemöglichkeiten bei Erwachsenen.
Für seltene Erkrankungen wie die primären Immundefekte ist ein Netzwerk wie FIND-ID unverzichtbar. In Deutschland liegt die Zahl der diagnostizierten Fälle weit hinter der vermuteten Anzahl zurück. Aufgabe von FIND-ID ist es, Aufklärungsarbeit zu leisten um auf diese Weise die Diagnoserate für primäre Immundefekte zu erhöhen. Ebenso bietet FIND-ID ein Netzwerk für die bestehenden Zentren für Primäre Immundefekte, zu denen auch das Zentrum am Universitätsklinikum Frankfurt gehört. Hier können betroffene Patienten Hilfe finden und behandelt werden.
Ärzte, die FIND-ID beitreten wollen, können sich wenden an: Dr. Ines Schöndorf, MBA, Medizinische Koordinatorin, Beethovenstrasse 31, D-35418 Buseck-Oppenrod, Telefon: 0151 40013532, Fax: 06408 940332, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

